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Der Rc Rotsee zum ersten mal in London

Der Rc Rotsee nahm dieses Jahr zum ersten mal am 8er Rennen "Head of the River Race" (HORR) in London teil.

Rc Rotsee 8er am HORR

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HORR Erlebnisbericht von Julian (Steuermann und „Einheizer“)

Das Rennen war gut. Nachher hatte ich keine Stimme mehr.

HORR Erlebnisbericht von Jeremias

Head of the River 2012

„Wuschsch, weg – wuschsch, weg“ langsam geht es Richtung Start. Jedem ist bewusst, bald ist es soweit und dann gilt nur noch kämpfen. Wo man hinschaut sind Achter, dutzende. Der kühle Wind geht einem um die Ohren und wie könnte es anders sein in London, die Kleidung ist langsam aber sicher vom Nieselregen durchnässt.

Inzwischen kommen uns die Startnummern 250, 251 usw. entgegen. Trotz den vielen Booten hat jedes seinen richtigen Platz gefunden und alle warten nur noch auf das Zeichen zum Wenden. Die Ungeduld, die im Boot herrscht, ist förmlich zu spüren. Trotz kühlen Temperaturen erleichtert man sich noch den letzten überflüssigen Kleidern. Noch ein letztes Mal den festen Sitz der Wasserflasche kontrollieren. Nur eine quietschende Dole ist schlimmer als eine Wasserflasche, die das ganze Rennen hin und her knallt.

Kaum hat der Schiedsrichter das Zeichen zum Wenden gegeben, fahren die ersten Boote unserer Division Richtung Start (diesmal Rennrichtung). Man hört die Steuermänner wie sie die Ruderer voran Peitschen.

„Bereit, Weg“, 405 Achter befinden sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Wasser, 3645 Ruderer und Steuerleute fahren dieses Rennen, aber jetzt geht es nur um uns.
„10 voll uf'd Bei!!!!!!“ der Start ist erfolgt. Mit kräftigen Schlägen treiben wir unser Boot voran. 10 Meter vor uns ist das nächste Boot, 10 Meter hinter uns die ersten Verfolger. Das Ziel ist klar: So viele Achter überholen wie möglich, auf keinen Fall selber überholen lassen. Schon nach wenigen Schlägen ruft Julian, dass wir dem nächsten Boot näher kommen. Noch in der ersten Kurve sind wir auf gleicher Höhe. Eine solche Situation setzt Kräfte frei, automatisch steht man noch stärker auf die Beine, mit jedem Muskel versucht man ans Limit zu gehen.

Die ersten Verfolger haben wir für den Moment hinter uns gelassen. Die Schläge gehen nicht mehr so locker von sich wie am Anfang und die Trance, in die man sich beim überholen gerudert hat, ist ebenfalls verflogen. Es ist die ideale Zeit für die ersten Krisen, für die ersten Köpfe die Schwach werden, schwächere Beinstösse.
Wäre da nicht einer der uns unaufhörlich antreibt. Mit gesenktem Kopf und lauter Stimme puscht er uns voran. Die Augenbrauen tief nach unten gezogen mit einem Blick, wie jener vom Tiger bevor er seine Beute zerfleischt. Schlag für Schlag, Schweisstropfen für Schweisstropfen bis wir zu den nächsten Booten aufgeschlossen haben.

Wir befinden uns in einem Zweikampf. Das unruhige Wasser lässt es vorkommen, dass im Eifer des Gefechts Krebse passieren. In der langgezogenen Kurve ist die Ideallinie notwendig um nicht viele wertvolle Meter zu verlieren. Dies wissen nicht nur wir. Die Ruder des Gegners knallen mit den Unseren zusammen. Eine kurze Ungewissheit geht durchs Boot bis die ersten Stimmen aus den eigenen Reihen ertönen: „LOS, LOS, LOS!!!!“, „WIITER!!!!“. Jetzt erst Recht!

Noch drei Boote konnten wir hinter uns lassen. Ruderisch wohl nicht das sauberste Rennen, doch wurde sehr gut gekämpft. Erschöpft und mit einer inneren Zufriedenheit verlassen wir den Regattaplatz in Richtung Dusche und anschliessend zum „Fürobebier“. London, wir kommen hoffentlich wieder, jedoch nicht mit Startnummer 284, sondern Nr. 130.

Gedanken zu London von Florence

  • Sehenswürdigkeiten

    Da wir ja nur ein paar Tage in London verbrachten und das um das HORR zu sehen, konnten wir nur einige Sehenswürdigkeiten besichtigen. Aber was wir gesehen haben, war super! Ich fand die Parks sehr schön, da man sonst nicht viel Grünes sieht. Auch das London Eye war sehr eindrücklich, v.a. weil es so riesengross ist. Leider reichte die Zeit nicht aus, um eine Fahrt darauf zu geniessen.

  • Menschen

    Überall und zu jeder Uhrzeit tummeln sich x-Menschen herum. Die Einwohnerzahl von London beträgt ca. 9 Millionen Menschen. Zum Vergleich: Die Schweiz zählt 7.8 Millionen Menschen!
    Richtig gespürt habe ich das, als wir„schnell“ etwas Mittagessen wollten. Die Zeit verging wie im Fluge.

  • Tube & sehr lange Rolltreppen

    Fast von jeder Tube-Station führen riesenlange Rolltreppen nach oben in das Stadtleben von London. Ich glaube, in der Schweiz gibt es keine so langen Rolltreppen, welche mit denen von London konkurrieren könnten. Und noch was: Wenn man die Tube verpasst, ist das kein Problem, die längste Wartezeit betrug 5 Minuten.

  • m&m Shop

    Auf insgesamt drei Stockwerken verteilt, in den grellsten Farben und den schrägsten Mitarbeitern, befand sich gleich neben dem Picadilly Circus dieser m&m Shop. Als wir am Abend in den Shop traten, ertönte Musik, wie wir sie sonst aus einer Disco kennen. Wir sahen lebensgrosse Figuren und das Logo auf allen möglichen Dingen wie: Tassen, Shirts, Haushaltgeräte und Schmuck.

  • Excuse-me

    Engländer sind sehr höflich; sie fügen fast bei jedem Satz ein „Please“ an und wenn ich jemanden anrempelte, sagte derjenige „Excuse-me“.

  • Look right, Look left

    Einige hatten mehr Mühe, andere weniger, mit dem Linksverkehr. Sogar wenn es für die Fussgänger Grün leuchtete, durfte die Strasse nur sehr vorsichtig überquert werden, da es immer wieder „Flitzer“ gab (stand übrigens auch im Stadtführer).

  • KFC – Kentucky Fried Chicken

    Noch nie im Leben habe ich so viel Fast Food gesehen! Vor dem Rückflug bestellten Jeremias und ich in einem KFC-Restaurant ein Menue. Da es schnell gehen musste, wählten wir das erst Beste. Überrascht waren wir dann, als wir einen riesigen - bis oben gefüllten - „Pappbecher“ in die Hände gedrückt bekamen, bei dem ich mich fragte, ob wir überhaupt die Hälfte des Inhaltes essen werden.